Die Skala der Ausbildung: Der Takt

Besser Reiten – Praxistipps zum Takt

Die Skala der Aubildung - Foto: Thoms Lehmann Die Skala der Ausbildung: Takt – Foto: Thoms Lehmann

Warendorf (fn-press). Sie ist das Fundament der klassischen Reitlehre: Die Skala der Ausbildung. Sie ist auf das Wohlbefinden und die Gesunderhaltung des Pferdes ausgerichtet. Ein Pferd, das nach den Grundsätzen der klassischen Reitlehre ausgebildet wird, hat Vertrauen zum Reiter, arbeitet gern mit diesem zusammen, zeigt sich zufrieden und leistungsbereit.

Das ist der Grundstein für eine harmonische Reiter-Pferd-Beziehung, egal auf welchem sportlichen Level oder in welcher Disziplin. Takt, Losgelassenheit, Anlehung, Schwung, Geraderichtung und Versammlung sind die sechs Punkte der Skala der Ausbildung. „Tatsächlich gehören aber noch die beiden übergeordneten Punkte Durchlässigkeit und die Verbesserung des Gleichgewichts dazu“, erklärt Thies Kaspareit, Leiter der der Abteilung Ausbilung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN).

Taktmäßige Bewegungen sind die Grundvoraussetzung für jede weitere Arbeit. Takt hat viel mit dem richtigen Tempo zu tun. Ein dauerhaft falsch gewähltes Tempo erschwert es dem Pferd, Gleichgewicht und Takt zu finden. Sein Auge und Gefühl für das individuelle Wohlfühltempo des Pferdes und seine Bewegungsabläufe zu schulen, ist eine Aufgabe für alle Reiter*innen und Ausbilder*innen.

Schritt – Viertakt
Erkennt man deutlich am Klang. Schreitet das Pferd geregelt, bilden das Vorder- und Hinterbein auf einer Seite für einen kurzen Moment ein V.

Trab – Zweitakt
Die diagonalen Beinpaare fußen parallel ab. Das heißt vorne links und hinten rechts, Schwebephase, vorne rechts und hinten links, Schwebephase.

Galopp – Dreitakt in sechs Phasen
Eine Besonderheit des Galopps ist der sogenannte Handgalopp: Je nachdem welches seitliche Beinpaar weiter vorgreift, sprechen wir von Links- oder Rechtsgalopp, im Handgalopp ist es stets das innere Beinpaar.

Besser Reiten – 3 Tipps für einen sicheren Takt

Hoch und runter
Egal in welcher Gangart, bergauf und bergab zu reiten, sollte fest in den Trainingsplan. Das fördert nicht nur Kondition und Trittsicherheit, sondern dient dem Gleichgewicht des Pferdes und schult den Takt. Dabei ist es wichtig, das Tempo vor allem bergab nicht zu eilig zu wählen.

An sich selbst denken
Der Reiter sollte sich fragen: Sitze ich richtig, ausbalanciert uns losgelassen auf dem Pferd? Wer gut sitzt, gibt seinem Pferd die Möglichkeit, sich im Takt zu bewegen. Aufwärmen vor dem Reiten aber auch Stabilisations- und Dehnübungen für die Mittelpositur können euch dabei helfen.

Can you feel the beat?
Das Pferd gibt den Takt vor. Um diesen auch gemeinsam zu finden, schaut das Pferd einmal ohne Reiter genau an. Lasst es also frei laufen oder longiert und überprüft in allen drei Grundgangarten den Takt. Zählt mit und merkt euch den Rhythmus. Vielleicht gibt es dazu ein passendes Lied? Diesen Rhythmus sollte sich der Reiter auch im Sattel wieder vor Augen führen, um so den Takt des Pferdes nicht zu stören, sondern zu fördern.

Ausbildungsskala des Pferdes - Grafik: FN