Lokalmatador Lennert Hauschild gewinnt auch den Großen Preis von Bremen

Weserkurier 15.05.2017 Bremen.
Der Mann des Turniers heißt zweifellos Lennert Hauschild. Nachdem der 24-jährige Lokalmatador vom RC Rosenbusch beim Heimturnier in Oberland bereits am Sonnabend mit seinem Erfolg beim hochkarätig besetzten Mercedes-Benz-Championat für Furore gesorgt hatte, legte der Springreiter am Sonntag noch einmal nach. Mit seinem 12-jährigen Wallach Caivano blieb er auch im spannenden Stechen des Großen Preis von Bremen-Oberneuland fehlerfrei und siegte mit der schnellsten Zeit von 42,94 Sekunden vor Nisse Lüneburg, der auf Call on Sox mit 43,55 nur unwesentlich langsamer war. Auf Rang drei schließlich landete Springreiter-Oldie Thomas Voß, der sich einen Abwurf erlaubte.

„Ich bin überglücklich“, strahlte Lennert Hauschild nach seinem zweiten Erfolg. „Dass ich mit Caivano platziert werden kann, habe ich schon gedacht, aber nicht dass ich hier gewinne, bei diesem super Starterfeld.“  Überreicht wurde der mit 10 000 Euro dotierte Preis von der Stifterin Ulrike Bergmann, die dem Reitsport und dem RC Rosenbusch seit Jahren verbunden ist.

In der Tat war die Konkurrenz beim nationalen Springturnier in Bremen-Oberneuland beachtlich. Der zweifache Sieger des Deutschen Springderbys Nisse Lüneburg war ebenso im Stechen wie der ehemalige Nationenpreisreiter Thomas Voß. Dem Drittplatzierten Voß blieb immerhin die Sonderprämie in der Bethmann-Bank-Challenge. Er bildete mit seinem Wallach Chando die erfolgreichste Reiter-Pferd-Paarung der drei Hauptspringen von Freitag, Sonnabend und Sonntag und erhielt dafür eine Sonderprämie. 

Der Sieg in diesem schweren Springen, in dem nur fünf von 48 Startern fehlerfrei blieben, ist ein Riesenerfolg für den erst 24-jährigen Hauschild. Er absolviert derzeit seine Ausbildung zum Pferdewirt Schwerpunkt Reiten bei Hergen Forkert in Bremen Oberneuland. „Dass er hier gewinnen kann, habe ich ihm schon zugetraut“, sagt sein Ausbilder Hergen Forkert. Im Stall in Oberneuland ist auch Hauschilds Erfolgspferd Caivano zu Hause, der Karl Märker gehört. Der erfahrene Wallach ist eine Bereicherung für den jungen Reiter, der ihn seit rund einem dreiviertel Jahr unter dem Sattel hat. „Er kennt schon ganz viel und kann mir einiges beibringen“, erzählt Hauschild. „Er ist ein echter Kumpel, der alles möglich macht.“

Laut Aussagen seiner Mutter wollte Lennert Hauschild bis zu seinem 12. Lebensjahr eigentlich gar nicht reiten. Fußball fand der Junge viel spannender. Dabei war er bereits im Alter von fünf aufs Pony gestiegen und hatte sein Talent unter Beweis gestellt. Doch es dauerte noch einige Jahre, bis Lennert Hauschild sich doch noch mal überreden ließ, aufs Pferd zu steigen. Und tatsächlich, der Funke sprang über und die Fußball-Karriere wurde im Alter von 13 Jahren ad acta gelegt. Eine kluge Entscheidung, wie die Turniertage in Oberneuland gezeigt haben.

Zufriedenheit herrschte nicht nur bei Siegern und Platzierten, auch beim Ausrichter. 216 Reiter und Reiterinnen waren mit über 1000 Nennungen am Start, mehr als 900 Pferde zeigten an den vier Tagen ihr Können. „Das war eigentlich unser bestes Turnier bisher,  auch von der Teilnehmerzahl her“, resümierte Mitveranstalter Hergen Forkert. „Zudem hatten wir riesig Glück mit dem Wetter und haben starke Ritte und tolle Teilnehmer gesehen.“ Das hochkarätige Sportprogramm sowie das sonnige Wetter lockten allein am Sonntag rund 3000 Zuschauer an. Über die vier Tage kamen mehr als 4000 Reitsportfreunde auf die Anlage der Familie Forkert nach Oberneuland.

Einziger Wermutstropfen für die Gastgeber: Sie mussten ihre 12-jährige Stute Esperanza aus dem Sport verabschieden. Ihre größten Erfolge feierte Esperanza in Braunschweig, Hamburg, Rastede und im Großen Preis beim internationalen Zwei-Sterne-CSI in Damme. Das Erfolgspferd von Esther Forkert hat leichte gesundheitliche Einschränkungen und hätte nur mit medizinischer Hilfe weiter machen können, was aber keiner wollte. Die braune Stute bleibt der Reiterfamilie aber erhalten und soll in der Zucht eingesetzt werden.

„Dass er hier gewinnen kann, habe ich

ihm schon zugetraut.“

Hergen Forkert
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