Martin Plewa – Gebisse-Zäumungen-Hilfszügel

PM-Veranstaltung am 17. März 2017 

Am Freitagabend nahmen fast 100 Teilnehmer die Möglichkeit wahr, dem flotten und kurzweiligen Vortrag des renommierten Richters und ehem. Leiters der Westfälischen Reit- und Fahrschule Münster, Martin Plewa, zu folgen. Plewa erklärte anschaulich, teilweise mit Röntgenbildern und mathematischem Hintergrund, die Wirkungsweise von Wassertrense über Stangengebiss bis hin zur Kandare. Ebenso erläuterte er Sinn oder Unsinn von Beizäumung oder dem Nutzen von Hilfszügeln und wurde nicht müde zu betonen, dass der Einsatz jeglicher Hilfsmittel nur von qualifizierter Hand und niemals zum Missbrauch gegen die Natur des Pferdes eingesetzt werden darf. „Das Gebiss ist nicht zum Bremsen da, sondern zur Erzielung einer Anlehnung zur Verbesserung von Schub- und Tragkraft“, führte der internationale Richter aus. „Schubkraft ist die Kraft, die Anlehnung schafft.“

Grundsätzlich sollten nur gebrochene Gebisse genutzt werden, da sonst keine seitenunabhängigen Hilfen gegeben werden. Auch die metallische Zusammensetzung wie ebenso Weite, Dicke und Lage im Pferdemaul gilt es zu beachten und individuell auf jedes Pferd abzustimmen, genau wie der Sitz der gesamten Trense. Alle Turnierreiter sollten zudem Abschnitt D der Durchführungsbestimmungen zu §70 beachten. Dort wird geregelt, welche Gebisse auf Turnieren genutzt werden dürfen.

Sein Fokus liegt zudem darauf, dass die Zunge des Pferdes sich bewegen kann und die Kautätigkeit nicht eingeschränkt wird. „Beißt sich ein Pferd auch nur einmal auf die Zunge, ist im Maul was gewaltig falsch. Dies ist definitiv völlig unakzeptabel,“ weist er darauf hin, dass so einem Vorfall im Training wie auch auf dem Turnier direkt nachgegangen werden soll. Auch Zungenstrecker und Löffelgebisse minimieren nur Gebiss- oder Reiterfehler, setzen aber nicht an der vernünftigen Ausbildung gemäß Reitlehre an und gehören deshalb vom Markt genommen.

Abschließend fasst er zusammen, dass wenn er ein Pferd vernünftig ausgebildet ist, eine Wassertrense reicht um die Anlehnung und die weiteren Punkte der Ausbildungsskala zu erreichen: „Es kommt nicht auf die „Haltung“ des Pferdes (Pferdekopfes/ Genicks) an – RICHTIG REITEN REICHT“.

Herzlichen Dank an Martin Plewa für diesen ausführlichen und teilweise Augenöffnenden Vortrag!